Streikende Pflegekräfte der Charité erhalten den deutschen Pflegepreis

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Streikende Pflegekräfte der Charité erhalten den deutschen Pflegepreis

Charité-Vorstand blockiert weiter eine Einigung

Den Pflegekräfte der Charité wurde am 10. März 2016 vom „Deutschen Pflegerat“ der Pflegepreis 2016 verliehen. Der Preis wurde von Dana Lützkendorf, stellvertretende ver.di-Betriebsgruppensprecherin an der Charité, entgegengenommen. Die Gewerkschaft ver.di hatte im Sommer 2015 für einen Tarifvertrag zu Gesundheitsschutz und Mindestbesetzungsregelungen an der Charité zum Streik aufgerufen. Der Streikaufruf fand große Resonanz bei den Pflegekräften. Über ein Drittel der Krankenhausbetten musste geschlossen werden. Dies setzte bundesweit das Signal, dass Pflegekräfte für ihren Gesundheitsschutz und eine gute Krankenversorgung streiken können.

Die Würdigung durch den Deutschen Pflegerat kommt zu einem symbolisch bedeutsamen Zeitpunkt. Aktuell blockiert der Charité-Vorstand nach acht Monaten Verhandlungen den Abschluss des Tarifvertrags. Er will sich die Möglichkeit offenhalten, die notwendige Personalaufstockung auf den einzelnen Stationen auch durch nicht-examiniertes Personal zu vollziehen. „Während der Kampf der Pflegekräfte an der Charité bundesweit als positives Signal verstanden wurde, versucht der Charité-Vorstand auf den letzten Metern der Verhandlung die bereits erzielte Einigung zu torpedieren und eine Dequalifizierung der Pflegekräfte durchzusetzen. Wir fordern den Vorstand auf, seine Blockadehaltung sofort zu beenden“ erklärt Lützkendorf heute in ihrer Dankesrede auf dem deutschen Pflegetag in Berlin. (Quelle: verdi.de) 

Der Deutsche Pflegerat dazu:
„Erstmalig wird ein Sonderpreis des Deutschen Pflegepreises verliehen. Dieser geht an die Pflegenden der Charité in Anerkennung für ihren Einsatz für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Patientensicherheit“, betonte Westerfellhaus weiter. „Die Charité-Pflegenden haben zu recht im letzten Jahr gestreikt. Ihre Forderungen für die Einstellung von mehr Pflegepersonal und für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Patientensicherheit bleiben unabdingbar. Dies gilt für alle Krankenhäuser.“

„Der Verschlechterung der Personalsituation in den Krankenhäusern kann man lange zusehen – aber dann ist der Punkt erreicht, an dem man merkt, dass sich trotz aller Appelle nichts bewegt. Dann ist man gezwungen und berufsethisch verpflichtet, schärfere Maßnahmen zu ergreifen. Das haben die Pflegenden der Charité getan. Dafür erhalten Sie zu recht den Sonderpreis des Deutschen Pflegepreises 2016“, betonte Westerfellhaus. (Quelle: deutscher-pflegerat.de)

Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V.  (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

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Internet: www.deutscher-pflegerat.de