»Reservedienst« - DGB stellt Studie zur Arbeit auf Abruf vor

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Arbeit auf Abruf ist ein beliebtes Mittel der Arbeitgeber, das zu Belastung der Beschäftigten führt. Darauf weist der DGB in einer aktuellen Veröffentlichung hin.

Unser Arbeitgeber hat sich dafür ein neues Wort - den sogenannten »Reservedienst«- ausgedacht. Soll man so in die Irre geführt werden? Es kommt nämlich auf das Gleiche heraus. Wer zum »Reservedienst« eingeteilt wird, soll erst am Vortag bis 12 Uhr erfahren, wann am nächsten Tag zu arbeiten ist. Das ist Arbeit auf Abruf.

Die bestehenden Regelungen sehen etwas anderes vor: einmal im Dienstplan geplant, kann der Dienst nur einvernehmlich geändert werden. Das ist auch gut so. Wie soll man sonst sein Leben planen, Verpflichtungen nachkommen, sich verabreden oder die Kinder versorgen? Der Tarifvertrag ermöglicht es, Ruf- und Bereitschaftsdienste einzurichten. Das kostet jedoch. Da will man sich offenbar das Geld sparen und erfindet einfach mal etwas, das es nicht gibt und somit auch nicht zulässig ist. Für Teilzeitbeschäftigte ist die Ankündigungsfrist für Dienstplanänderungen gesetzlich geregelt: mindestens vier Tage vor der beabsichtigten Änderung ist vom Arbeitgeber darüber zu informieren.

Spannend wird es demnächst, wenn die derzeit laufenden Versuche zu einer Dienstvereinbarung mit dem Personalrat führen würden (Widerspruch ist kaum zu erwarten; man hört vom PR nichts über eine mögliche Ablehnung oder Kritik am Modell). Denn ein Personalrat darf keine Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber abschliessen, die schlechter sind als im Tarifvertrag (oder in Gesetzen) festgeschrieben.

Wir begrüßen die Bemühungen der PDL, Personalausfälle besser als bisher kompensieren zu wollen. Aber sorry, bitte im Rahmen dessen, was erlaubt ist und nicht zu Lasten der Beschäftigten. Es gibt viele Modelle, die fair sind. Dazu gehört sicher nicht, 30 Euro (brutto!) anzubieten.