Reservedienst am Ende?

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Informationsveranstaltungen, Diskussionen, Arbeitsgruppen auf jeder Station, Personalratsvorlagen und juristische Betrachtungen beschäftigen monatelang intensiv die halbe Uniklinik.  Am Ende standen geänderte Dienstzeiten und das von der vorherigen Pflegedirektorin vorangetriebene und dann eingeführte »Ausfallmanagment« mit dem erfundenen Namen »Reservedienst«. Ziel sollte sein, das »Einspringen aus dem Frei« zu vermeiden, indem schon im Dienstplan KollegInnen in einem Mix aus Bereitschaftsdienst und Arbeit auf Abruf eingeplant wurden, aber erst am Vortag bis 14 Uhr erfahren sollten, wann sie am nächsten Tag mit welchem Dienst und wo erwünscht waren, falls durch Ausfall jemand fehlte. Das Problem, wenn die Krankmeldung nach 14 Uhr eintraf, wurde nicht abschliessend gelöst. Im Zweifel griff man auf das übliche Procedere zurück, die KollegInnen wie bekannt zu Hause anzurufen.

Und jetzt? Die Pflegedirektorin suchte »neue Herausforderungen« und verließ die Uniklinik. Damit ist auch die treibende Kraft nicht mehr da. Während manche Stationen noch Reservedienst machen, hat man auf vielen anderen schon lange nichts mehr davon gehört und kein einziger Reservedienst ist mehr auf den Dienstplänen zu finden. Wie auch? Kritiker dieses Modells haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass dafür zu wenig Personal vorhanden ist, da man erst einmal die Mindestbesetzung gewährleisten muss, bevor jemand als »Springer« zur Verfügung steht. Die Mindestbesetzung ist allerdings oft nur so gerade eben noch planbar, da nach wie vor überall das Personal fehlt. Somit haben von Beginn an viele das Konzept nicht verstehen können. Was bringt es, wenn pro Monat an fünf Tagen ein Reservedienst geplant wurde? Vielleicht meldete sich zufällig genau an dem Tag jemand krank. Dann gab es eine Lösung. Viel wahrscheinlicher war es, dass die Krankmeldung an einem der anderen 25 Tage eintraf. Dann gab es wieder das gleiche Problem wie immer schon. 

Interessant wäre es einmal zu erfahren, wie sich die neue Pflegedirektorin das vorstellt.