Was sind VL (Vertrauensleute)?

Hauptkategorie: Häufige Fragen (FAQ)
Zugriffe: 21274

Was sind Vertrauensleute (VL)?
Vertrauensleute sind das wichtigste Bindeglied zwischen den ver.di-Mitgliedern in Betrieben und Verwaltungen und der ver.di. Um von den Interessen und Bedürfnissen ihrer Mitglieder zu erfahren, braucht eine mitgliederstarke Gewerkschaft wie die ver.di die Vertrauensleute. Sie führen den Dialog und halten ihn lebendig.

Die gewählten Vertrauensleute stehen jedem Mitglied als vertrauensvolle Ansprechpartner/innen und mit Sachverstand zur Seite, wenn es zu Problemen am Arbeitsplatz geht oder um einen Rat in Sachen Tarifvertrag.

Sie informieren und beraten die Mitglieder über ihre Rechte aus Betriebsvereinbarungen, zu Fragen der Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz. Sie diskutieren mit den Mitgliedern Tarifforderungen, erläutern die Politik der ver.di und beteiligen sich an der Auswahl und Aufstellung der Betriebs- und Personalratskandidat/innen der ver.di.

Vertrauensleute wissen, was läuft - im Betrieb und bei ver.di.

Sie sichern den Informationsfluss zwischen der Gewerkschaft und ihrer Basis.

VL sind in ihren Wirkungsbereichen die arbeitsplatznahe und unmittelbare Interessenvertretung.

Vertrauensleute sind:

  • Energielieferant/innen für die betriebliche Interessenvertretung

  • Multiplikator/innen der Gewerkschaftsidee

  • Träger/innen gewerkschaftlicher Positionen

  • Mitgestalter/innen der Tarifpolitik

  • Unterstützer/innen bei betrieblichen Wahlen

  • Veranstalter/innen von Versammlungen und sonstigen Aktionen

  • Lobby für Gleichberechtigung, für Jugend und Bildungsarbeit

Vertrauensleute sind nicht an das Betriebsverfassungsgesetz oder Personalvertretungsrecht gebunden. Das macht sie freier in der Wahrnehmung der Mitgliederinteressen im Betrieb und in ihrer Handlungsfähigkeit, denn sie sind ausschließlich der ver.di und ihren Mitgliedern verpflichtet. Die Richtlinie zur Betriebs- und Vertrauensleutearbeit gemäß Satzung, die demokratischen Beschlüsse sowie die eigenständig entwickelten Arbeitsschwerpunkte sind die Orientierung für ihr Handeln. Das Recht zur gewerkschaftlichen Aktivität ist aus dem Grundrecht der Koalitionsfreiheit (§ 9 III 66) begründet.

Vertrauensleute sind ein Bestandteil gewerkschaftlicher Demokratie

  • Vertrauensleute brauchen die Unterstützung und das Engagement der Mitglieder. Den ersten Schritt macht, wer sich an der Wahl einer Vertrauensfrau oder eines Vertrauensmannes beteiligt.

  • Die Wahl des Vertrauensmannes oder der Vertrauensfrau erfolgt direkt durch die Mitglieder in den Betrieben/Verwaltungen und den jeweiligen Wirkungsbereichen.

  • Es gibt kein festes Schema, wie groß der Wirkungsbereich einer Vertrauensfrau oder eines Vertrauensmannes sein soll. Ihre Größe orientiert sich an den jeweiligen betrieblichen Strukturen. Auf jeden Fall sollte der direkte Kontakt zu jedem Mitglied möglich sein.

  • Vertrauensleute machen Gewerkschaft. Sie treffen sich regelmäßig, um ihre Aktivitäten zu beraten und zu koordinieren. Sie haben dabei weitgehende Spielräume für eigenständige Arbeit.

Die grafische Übersicht bildet die Strukturen der Vertrauensleutearbeit in der ver.di ab.

 

Sitzungsaufgaben und Antragsrechte:

Die betrieblichen und örtlichen Vorstände nehmen die betrieblichen Aufgaben gemäß § 53 Absatz 2 der ver.di-Satzung und den jeweiligen Fachbereichsstatuten wahr. Sie können sich eine Geschäftsordnung geben. Die betrieblichen und örtlichen Vorstände und die VL-Versammlungen haben Antragsrechte zum Bezirksvorstand und zur Bezirkskonferenz sowie zu den Vorständen, Versammlungen und Konferenzen des Fachbereichs und ggf. der zuständigen Fachgruppe (§ 50 Abs. 2). Beim Bundesvorstand wird ein Bundesvertrauensleuteausschuss aus 25 Mitgliedern gebildet.

Zur Betriebs- und Vertrauensleutearbeit hat der Gewerkschaftsrat die folgenden Grundsätze und Ziele beschlossen (Auszug aus § 50 Absatz 3 der Satzung):

Im Anhang ausführlich: "Richtlinie zur Betriebs- und Vertrauensleutearbeit (§ 50.3)".

Grundsätze und Ziele:

Die Sicherung und Gestaltung betrieblicher Interessenvertretung und gewerkschaftlicher Betriebsarbeit ist für die abhängig Beschäftigten und für ihre Gewerkschaften ein Grundrecht und eine gewerkschaftliche Existenzfrage.

Eine gewerkschaftliche Grundorganisation durch Vertrauensleute ist eine Grundlage für gesellschaftspolitische Wirkungsmöglichkeiten der ver.di und für Durchsetzungskraft gegenüber Arbeitgebern.

Die Mitglieder bilden die Grundlage für die Durchsetzungskraft und Kampfbereitschaft der ver.di. Das wichtigste Arbeitsfeld der ver.di ist der Betrieb. Die Vertrauensleute bilden im Betrieb das Fundament der Gewerkschaftsarbeit. Sie sind Träger betrieblicher und überbetrieblicher gewerkschaftlicher Meinungs- und Willensbildung.

Die Vertrauensleute arbeiten im Rahmen der Satzung an der Gestaltung der ver.di mit und vertreten die Gewerkschaftspolitik in den Betrieben auf der Grundlage der Beschlüsse und Forderungen der ver.di.

Vertrauensleute sind Träger der Tarifpolitik. Sie nehmen ihre betriebliche Mobilisierungs- und Informationsarbeit im Rahmen von Tarifverhandlungen und Tarifkonflikten wahr.

Die gleichstellungs- und frauenpolitischen Gründsätze der ver.di werden auch in der betrieblichen Gewerkschafts- und Vertrauensleutearbeit umgesetzt.

Inhalte und Formen der betrieblichen Vertrauensleutearbeit gewährleisten und fördern Mitgliederbeteiligung, Transparenz und Offenheit für Interessen unterschiedlicher Mitglieder- und Beschäftigtengruppen und offene Angebote zur Nutzung der ehrenamtlichen Sachverständigen.

Vertrauensleute knüpfen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen, deren Ziele von ver.di unterstützt werden, Netzwerke und beteiligen sich an gemeinsamen Aktionen. Sie sind offen für Bündnisse und Kooperationen mit anderen sozialen Bewegungen.

Alle ver.di-Organe und Gliederungen gewährleisten im Rahmen ihrer Aufgaben die Beratung und Unterstützung der Vertrauensleutearbeit. Dabei haben zentrale und dezentrale Bildungsangebote einen besonderen Stellenwert.