Wieder erreichte die Redaktion ein anonymes Schreiben, ähnlich wie kurz nach der Personalversammlung im November 2009. Dieses erschütternde Schreiben einer "enttäuschen Kollegin" haben wir veröffentlicht. Wir möchten an dieser Stelle folgendes dazu klarstellen und erläutern: Wir haben bereits in verschiedenen Artilkeln dargestellt, welches Selbstverständnis wir haben. Wir, Mitglieder der Gewerkschaft ver.di, verstehen uns als solidarische Gemeinschaft, die bestrebt ist, unsere Arbeitswelt so zu gestalten, dass wir von unserer Arbeit leben können und nicht durch die Arbeit krank werden. Dazu gehört auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und unser Recht auf eine geregelte und planbare Freizeit. Ungerechtigkeiten oder Gesetzesverstöße kritisieren wir und gehen dagegen vor. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe an. Wir gestalten unser Arbeitsumfeld und schließen mit den Arbeitgebern Tarifverträge ab. Nötigenfalls streiken wir auch für unsere Tarifforderungen, wenn die Verhandlungen scheitern. Wir sind solidarisch mit Kollegen anderer Betriebe im Gesundheitswesen, in anderen Branchen und in der Region Aachen, aber auch darüber hinaus. Wir mischen uns immer da ein, wo die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer nicht beachtet werden, wo Kollegen unterschiedlich behandelt oder benachteiligt werden. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist ein immer noch aktuelles Motto unserer ehrenamtlichen Arbeit. Wir rufen Kolleginnen und Kollegen auf, sich uns anzuschließen und Mitglied bei ver.di zu werden, weil wir überzeugt sind, dass gemeinsam mehr erreicht werden kann. Wir weisen immer wieder auch darauf hin, dass jede/r einzelne durch die Mitgliedschaft bei ver.di Schutz in rechtlichen Belangen erwirbt und das Fachwissen vieler Experten in allen Fragen des Arbeitslebens in Anspruch nehmen kann. Wir sagen auch immer offen, dass ver.di "teurer" ist als andere Organisationen, die vermeintlich das gleiche anbieten, aber dass Qualität auch natürlich nicht umsonst sein kann. Wer einmal Rechtsschutz z.B. bei einer Abmahnung oder Kündigung benötigt hat, weiss worum es geht und was der Unterschied ist, ob es z.B. einen Sekretär oder Rechtsanwalt vor Ort gibt oder ob man durch die Lande telefonieren muss. Unser Hilfsangebot ist auch nicht an eine Mitgliedschaft gebunden. Wir unterstützen alle KollegInnen, die aktiv ein bestehendes Problem beseitigen wollen oder etwas verändern wollen. Wir beraten gerne und stellen auch gerne unsere Infrastruktur und know-how zur Verfügung. Jetzt also endlich zu dem sehr beachtenswerten Schreiben: Wir wissen, dass viele KollegInnen Angst haben, sich öffentlich zu äußern. Sie befürchten Nachteile oder Konsequenzen der Stationsleitung, der PDL oder sogar Ärger mit den eigenen Kollegen, wenn sie Mißstände beim Namen nennen. Wer Gesetzesverstöße, Verhalten von Vorgesetzten, Gefährdungen von Patienten o.ä. ver.di mitteilt, kann sich immer sicher sein, dass diese Informationen vertraulich behandelt werden. Der Brief an uns beschäftigt sich u.a. mit mangelhaften Führungsstrukturen im UKA, dem Niedergang der Pflegequalität, beklagt eine Entsolidarisierung unter den Kollegen, beschreibt die schlechte Behandlung der Kollegen durch die PDL. Was in dem offenen Brief beschrieben wird, müßte dringendst verändert werden. Dazu brauchen wir Mitstreiter. Daher rufen wir den/ die Verfasser/ in auch diesmal auf, sich bei uns zu melden und mit uns gemeinsam die Probleme anzugehen. Das geht natürlich auch, ohne öffentlich in Erscheinung zu treten. Aber wir wollen nicht weiter stellvertretend für Andere, die wir nicht kennen, Probleme lösen. Zusammen können wir viel erreichen! |