Uniklinikum: Immer noch Angst um den Arbeitsplatz
Wirtschaftsprüfer sind seit elf Monaten im Großkrankenhaus unterwegs. Gewerkschafter: Die lange Wartezeit ist unmenschlich. Von Heiner Hautermans Aachen. Die Angst um den Arbeitsplatz geht immer noch unter der 4500 nichtwissenschaftlichen Beschäftigten des Universitätsklinikums Aachen um. Dies zeigte sich gestern wieder auf einer Personalversammlung, die von rund 700 Mitarbeitern besucht wurde. Kritik entzündete sich nach Darstellung von Verdi-Sekretär Stefan Jungheim vor allem daran, dass seit elf Monaten Wirtschaftsprüfer in 40 verschiedenen Bereichen des Großkrankenhauses unterwegs sind und sie auf Rationalisierungspotenziale abklopfen: „Es ist unmenschlich, die Menschen so lange hängen zu lassen.“ In einigen Bereichen, etwa der Reinigung, seien Dienstleistungen schon lange ausgegliedert und an Privatfirmen vergeben worden, in anderen, etwa Kantine und Küche, stehen nach Informationen der „Nachrichten“ derartige Maßnahmen bevor oder sind bereits eingeleitet, beispielsweise beim Spülen. Jungheim: „Die Leute haben Familie und sorgen sich um ihre Existenz. Manche sind schon 30 oder mehr Jahre dabei.“ Dabei gebe es durchaus eine Lösung für das Problem, die Gestellung. Die sei ausdrücklich in den geltenden Tarifverträgen vorgesehen und regele, dass ein Arbeitnehmer auf den neuen privaten Arbeitgeber übergehe, aber zu gleichen Konditionen wie beim Klinikum beschäftigt bleibe – bei Post oder Telekom so geschehen. Viele Arbeitsverträge würden auch nur noch befristet abgeschlossen. Und der ausgehandelte Bestandsschutz für die langjährigen Mitarbeiter, die vor 2001 eingestellt wurden, gelte nur bis zum Ausscheiden des Kaufmännischen Direktors Detlef Klimpe im Herbst nächsten Jahres. Der mühte sich in der Personalversammlung, den Mitarbeitern einige Sorgen zu nehmen. Zwar sei es richtig, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen seien, die seien aber kein vorrangiges Thema, „weil wir noch nicht an diesem Punkt sind. Ich hoffe, dass sich dieser Punkt auch nie ergeben wird.“ Allerdings seien – so Klimpe weiter – Anpassungsprozesse zur Kosteneinsparung unumgänglich, etwa durch die Änderung von Abläufen oder internen Strukturen sowie besserer Materialsteuerung. Bei allen Maßnahmen habe man aber eherne Grundsätze, beispielsweise dürfe nicht am Patienten gespart werden. In vielen Wirtschaftsbereichen habe sich aber schon gezeigt, dass bessere Leistungen für weniger Geld eingekauft werden könnten. Klimpe legte auch dar, dass das Uniklinikum für dieses Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erziele. Das sei aber nur durch die Auflösung von Rückstellungen gelungen. (Quelle & ©: Aachener Nachrichten vom 13.11.2008)
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